Slow Food: Auszeichnung für gentechnikfreie Landwirtschaft

Der Ursula Hudson Preis 2023 geht an Annemarie Volling

Preisträgerin Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V. (AbL)
Preisträgerin Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V. (AbL)

(hogamagazin) Slow Food Deutschland verlieh heute in Berlin den Ursula Hudson Preis. Preisträgerin 2023 ist Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V. (AbL). Es ist auch ihrem unermüdlichen Kampf zu verdanken, dass in Deutschland bislang weiterhin keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf dem Markt sind. Ein Engagement, das aus Slow-Food-Sicht nicht zuletzt aufgrund aktueller Entwicklungen in der neuen Gentechnik dringend notwendig bleibt.

Der von Slow Food Deutschland (SFD) 2021 initiierte Bildungspreis ist nach der lang-jährigen SFD-Vorsitzenden Ursula Hudson benannt, die 2020 verstarb. Ein unabhängiges Kuratorium wählte aus den eingegangenen Bewerbungen vier Nominierte aus, die heute in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin vorgestellt wurden. Preisträgerin ist Annemarie Volling – eine der engagierten Akteur*innen in Deutschland für eine gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung. Bei der AbL ist sie die Expertin für Gentechnik und Patente und für das Netzwerk gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft zuständig. Annemarie Volling versteht es, einer breiten Öffentlichkeit die negativen Auswirkungen gentechnisch veränderter Organismen aufzuzeigen. Diese schaden der Biodiversität und begünstigen die Konzentration einer Saatgutindustrie, die die unabhängige Lebensmittelversorgung bedroht.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Deregulierung gentechnischer Methoden der zweiten Generation ist die Forderung nach Gentechnikfreiheit brandaktuell: Im Sommer hat die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag zu den neuen gentechnischen Methoden wie CRISPR/Cas vorgelegt, nach dem mit der Genschere bearbeitete Pflanzen vom bisher geltenden strengen Zulassungsverfahren ausgenommen werden könnten. Von der Bundesregierung und dem EU-Parlament fordert Volling, die Wahlfreiheit ihrer Bürger*innen zu verteidigen. Das unterstreicht Tanja Busse, Leiterin des Kuratoriums, bei der Preisverleihung: „Eines der wichtigsten Rechte, das Landwirt*innen und Konsument*innen in den letzten Jahren gegen großen Widerstand der Industrie erkämpft haben, ist das Recht auf gentechnikfreie Ernährung. Wir danken Annemarie Volling für ihren weitsichtigen Einsatz für ebendieses Recht!“

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Aus Sicht der SFD-Vorsitzenden Nina Wolff gebührt allen Nominierten Anerkennung: „Die multiplen Krisen, die wir als Gesellschaft bewältigen müssen, fordern die Zuversicht nicht selten heraus. Ein Tag wie heute aber stimmt mich zukunftsfroh. Die Nominierten erzählen Lösungsgeschichten, leben ihre Visionen – stellvertretend für viele andere Menschen, die die Ernährungswende im Gang halten – damit wir auch in Zukunft selbstbestimmt entscheiden, was wir säen, ernten, züchten und essen.“

Der Ursula Hudson Preis ist mit 1.500,0ß0 EUR dotiert und zeichnet Initiativen der Ernährungs-wende aus. Neben Annemarie Volling waren nominiert: Thomas Voß von den LWL-Kliniken Münster und Lengerich für seinen Beitrag zu einer nachhaltigen Gemeinschafts-verpflegung, die GemüseheldInnen Frankfurt für ihre urbanen Garten- und Ernährungsprojekte und das Waldgartenprojekt vom Sarsarale e. V., das den Nutzen von Waldgärten zur Nahrungsmittelproduktion aufzeigt. Im Kuratorium sind die Autorin und Moderatorin Dr. Tanja Busse, Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel, die Slow-Food-Engagierte Barbara Assheuer, die Vorsitzende der Freien Bäcker Anke Kähler und Caroline Barth aus der Leitung von Slow Food Youth Deutschland.

Quelle und Bild: Slow Food Deutschland

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Über den Autor: Frank

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