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Workation und Co-Working in der Hotellerie – Ein wachsender Trend

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Moderne Hotels verbinden Arbeit, Erholung und Networking unter einem Dach. Bild: pixabay
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Die Art, wie Menschen reisen und arbeiten, befindet sich im Umbruch. Während früher klar zwischen Urlaub und Berufsalltag getrennt wurde, verschwimmen diese Grenzen heute zunehmend. Digitale Technologien, mobiles Arbeiten und eine zunehmende Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen machen es möglich, den Laptop auch an den Strand, in die Berge oder ins Boutique-Hotel mitzunehmen. Hotels, die diesen Wandel erkennen, entwickeln sich vom reinen Übernachtungsbetrieb zum hybriden Aufenthaltsort – ein Ort, an dem Arbeit, Freizeit, Erholung und Inspiration gleichwertig nebeneinander existieren können. Dieser Wandel bringt nicht nur neue Gäste, sondern auch neue Erwartungen an Ausstattung, Service und Raumkonzepte mit sich.

Wer kommt zur Workation? Eine Zielgruppe mit Potenzial

Die Zielgruppe für Workation- und Co-Working-Angebote ist deutlich heterogener, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Natürlich zählen digitale Nomaden, Freelancer oder Selbstständige dazu – Menschen, die ohnehin unabhängig von Ort und Büro arbeiten. Doch auch festangestellte Mitarbeitende, die einzelne Wochen aus dem Ausland arbeiten dürfen, sind heute potenzielle Workation-Gäste. Ebenso Projektteams, die sich zu Kreativklausuren oder Strategieworkshops an inspirierenden Orten zurückziehen. Und nicht zuletzt Führungskräfte, die Meetings, Offsites oder Teambuilding-Events in entspannter Umgebung durchführen möchten. Diese Gäste reisen mit konkreter Erwartung: Sie suchen Orte, an denen sie nicht nur übernachten, sondern erfolgreich arbeiten und gleichzeitig abschalten können.

Hinzu kommt eine wachsende Gruppe von sogenannten „Bleisure“-Reisenden – Menschen, die dienstliche Aufenthalte mit privatem Urlaub verbinden. Sie verlängern ihren Business-Trip um ein Wochenende oder reisen mit Familie an, um Arbeit und gemeinsame Zeit miteinander zu kombinieren. Auch Eltern in Elternzeit, die gemeinsam mit Partner und Kind einen temporären Tapetenwechsel suchen und dabei ihre beruflichen Projekte in Teilzeit weiterführen, gehören mittlerweile zur Zielgruppe. Für Hotels entsteht daraus eine neue Verantwortung: Sie müssen nicht nur verschiedene berufliche Szenarien abdecken, sondern auch auf persönliche Lebenssituationen Rücksicht nehmen.

Was alle diese Zielgruppen eint, ist ein Bedürfnis nach Freiheit, Verlässlichkeit und Qualität. Sie möchten ortsunabhängig arbeiten, ohne auf Komfort und Infrastruktur verzichten zu müssen. Hotels, die diese Erwartungen verstehen und erfüllen, verwandeln sich vom reinen Gastgeber zum produktiven Begleiter einer neuen Arbeitskultur.

Was Workation-Gäste brauchen – und was sie nicht tolerieren

Die Ansprüche dieser neuen Zielgruppe unterscheiden sich fundamental von denen klassischer Urlauber. Gutes WLAN ist für sie keine Kür, sondern Voraussetzung – und zwar in jedem Bereich des Hotels: im Zimmer, in der Lobby, im Co-Working-Space und idealerweise sogar auf der Terrasse. Ein Verbindungsabbruch während eines Videocalls oder langsames Laden beim Datenupload können zum Ausschlusskriterium werden. Der Schreibtisch im Hotelzimmer darf kein improvisierter Beistelltisch sein, sondern sollte ergonomisch gestaltet und funktional ausgestattet sein. Ein bequemer Stuhl, ausreichende Tischfläche, blendfreies Licht und ein ruhiger Standort im Zimmer entscheiden darüber, ob Gäste produktiv arbeiten können – oder eben nicht.

Es braucht zudem ausreichend Steckdosen, und zwar dort, wo sie gebraucht werden: am Bett, am Tisch, im Bad für Geräte, in der Lounge oder im Außenbereich. Gutes Licht – idealerweise Tageslicht – trägt nicht nur zur Konzentration bei, sondern steigert auch das Wohlbefinden. Ebenso entscheidend ist die akustische Umgebung: Schallgedämmte Zimmertüren, Teppichläufer oder Akustikpaneele im Co-Working-Bereich können den Unterschied machen.

Darüber hinaus werden Räume benötigt, die unterschiedliche Arbeitsstile zulassen: fokussierte Einzelarbeit, kreative Gruppenarbeit, spontane Brainstormings oder professionelle Videokonferenzen. Die Gäste möchten situativ entscheiden, ob sie sich zurückziehen oder mit anderen vernetzen möchten – architektonische Flexibilität ist hier essenziell. Auch eine klar kommunizierte Raumverfügbarkeit – etwa per App oder digitalem Buchungssystem – schafft Transparenz. Wer diese Bedürfnisse nicht ernst nimmt oder mit kurzfristigen Notlösungen reagiert, riskiert, in diesem wachsenden Marktsegment schnell an Relevanz zu verlieren. Denn Workation-Gäste sind anspruchsvoll, vernetzt – und wechseln bei Unzufriedenheit schnell zur Konkurrenz.

Immer mehr Hotels bauen bewusst Co-Working-Bereiche in ihre Konzepte ein. Dabei geht es längst nicht mehr um einen Laptop-Tisch in der Lobby. Moderne Co-Working-Flächen in Hotels folgen einem klaren Designanspruch: Sie bieten Zonen für konzentriertes Arbeiten, kleinere Besprechungsbereiche, offene Kommunikationsräume und dabei eine Atmosphäre, die weit entfernt ist von nüchternen Büros. Stilvolle Materialien, inspirierende Lichtkonzepte, Akustikelemente und liebevolle Details schaffen einen Ort, an dem sich Menschen wohlfühlen – auch über viele Stunden hinweg. Ein solcher Bereich erfüllt mehrere Zwecke: Er steigert den Komfort für Hotelgäste, zieht externe Co-Worker an und kann auch für Events, Workshops oder Netzwerkveranstaltungen genutzt werden. Damit wird das Hotel zum sozialen und produktiven Treffpunkt – und positioniert sich ganz nebenbei als innovativer Gastgeber der modernen Arbeitswelt.

Co-Working im Hotel – Mehr als ein Trend – eine funktionale Erweiterung

H2: Möbel im neuen Nutzungskontext – flexibel, funktional, durchdacht

Im Zuge dieser Entwicklung wandelt sich auch die Bedeutung klassischer Möblierungskonzepte. Gerade Gastro Möbel werden heute mit völlig neuen Anforderungen konfrontiert. Es reicht nicht mehr, wenn ein Tisch nur für Frühstück oder Abendessen gedacht ist. Vielmehr müssen Tische und Stühle heute multifunktional sein: geeignet zum Speisen, zum Arbeiten mit Laptop, für Gruppendiskussionen oder konzentrierte Einzelarbeit. Flexible Tischgrößen, robuste und zugleich bequeme Stühle, klappbare Lösungen für temporäre Umbauten oder Möbel mit integrierten Stromanschlüssen sind heute keine Besonderheiten mehr, sondern Standard für Workation-orientierte Hotels. Besonders gefragt sind modulare Möbel, die sich schnell umstellen lassen – vom Buffetbereich am Morgen zum Co-Working-Bereich am Nachmittag und zur Eventfläche am Abend. Hinzu kommen gestalterische Anforderungen: Die Möbel müssen zum Ambiente des Hauses passen, eine wohnliche, einladende Atmosphäre schaffen und dabei langlebig und pflegeleicht sein. Wer das ernst nimmt, investiert nicht nur in Einrichtung – sondern in eine flexible Infrastruktur, die zukunftsfähig ist.

Wirtschaftlicher Nutzen – Mehr als ein Zusatzangebot

Workation ist keine Spielerei – sie ist ein wirtschaftlich relevantes Modell mit nachhaltigem Potenzial für die Hotellerie. Gäste, die zum Arbeiten in ein Hotel reisen, bleiben im Durchschnitt deutlich länger als klassische Touristen. Statt nur ein bis drei Nächten buchen sie oft ganze Wochen oder sogar mehrere aufeinanderfolgende Aufenthalte – teilweise auch außerhalb der Hauptsaison. Sie konsumieren regelmäßig: vom täglichen Frühstück über Snacks und Getränke im Arbeitsbereich bis hin zu Abendessen oder Networking-Events im Haus. Gleichzeitig benötigen sie Zusatzleistungen wie Meetingräume, technische Ausstattung, Druck- oder Präsentationsmöglichkeiten und stabile IT-Infrastruktur – alles Leistungen, die sich monetarisieren lassen.

Für Hotels bedeutet das: höhere Pro-Kopf-Umsätze, eine bessere Auslastung in schwächeren Monaten, die Erschließung neuer, beruflich orientierter Zielgruppen und nicht zuletzt: ein modernes, zukunftsorientiertes Image. Besonders Häuser in Regionen, die touristisch weniger frequentiert sind, aber mit Ruhe, Natur oder inspirierender Umgebung punkten, profitieren vom Workation-Trend. Auch kleinere Familienhotels oder Landhotels können sich so neu positionieren – als Rückzugsorte für produktives Arbeiten mit Wohlfühlfaktor. Denn für viele Gäste ist der temporäre Wechsel vom hektischen Büroalltag in ein atmosphärisch ansprechendes, naturnahes Setting nicht nur erholsam, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil – und damit ein klarer Buchungsgrund.

Die Hotellerie als Mitgestalterin der neuen Arbeitswelt

Die zunehmende Mobilität der Arbeit ist keine kurzfristige Entwicklung, sondern ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel. Hotels, die diesen Wandel aktiv begleiten, positionieren sich als innovative Gastgeber der neuen Arbeitskultur. Sie bieten nicht nur Betten, sondern inspirierende Räume, flexible Dienstleistungen und das Gefühl, auch fernab vom Büro produktiv und willkommen zu sein. Die Integration von Co-Working-Flächen, die Anpassung gastronomischer Angebote und der Einsatz durchdachter Möbelkonzepte sind keine Nebensächlichkeiten – sie sind Teil eines ganzheitlichen Erlebnisses, das moderne Gäste erwarten. Workation ist gekommen, um zu bleiben. Und mit ihr eine neue Form von Gastfreundschaft, die Arbeit nicht stört, sondern möglich macht.

Quelle: Redaktion
Bild: pixabay.com

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