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Europa Rosarium Sangerhausen: Blühendes Ausflugsziel im Harzvorland

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Blütengirlanden über den Wegen durch das Rosarium. Foto: IMG/Volkmar Heinz
Blütengirlanden über den Wegen durch das Rosarium. Foto: IMG/Volkmar Heinz
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Ein Garten wie ein leuchtendes Tuch im Harzvorland

Das Europa Rosarium Sangerhausen gilt als eine der beeindruckendsten Gartenanlagen Europas und begeistert seit mehr als einem Jahrhundert Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Wie ein farbenprächtiges Tuch liegt es zwischen den sanften Hügeln des südlichen Harzvorlandes und der historischen Altstadt von Sangerhausen. Mit rund 80.000 Rosensträuchern, die in unzähligen Formen und Farben erblühen, ist es nicht nur ein Ort der romantischen Gartenkultur, sondern auch ein Zentrum internationaler Rosenforschung.

Schon beim Betreten des Rosariums entfaltet sich eine Atmosphäre, die in ihrer Vielfalt ihresgleichen sucht. Zwischen Blumenbeeten, Skulpturen, Wasseranlagen und verschlungenen Wegen öffnen sich immer neue Perspektiven. Die Anlage ist ein Paradies für Liebhaberinnen und Liebhaber der Königin der Blumen, ein Ort der Ruhe und Inspiration sowie ein bedeutendes wissenschaftliches Archiv lebender Pflanzen.

Erlebnis für alle Sinne

Die Gäste erleben das Europa Rosarium auf ganz unterschiedliche Weise. Viele lassen sich einfach durch die Blütenfülle treiben, genießen die Farben und Düfte oder nehmen das Smartphone in die Hand, um die Pracht festzuhalten. Per Audioguide lassen sich zudem spannende Geschichten erfahren, die tief in die Kulturgeschichte der Rose eintauchen. Warum heißt das bekannte Gedicht von Goethe „Heidenröslein“ und weshalb hätte das Märchen von Dornröschen ursprünglich den Titel „Stachelröschen“ tragen müssen? Solche Fragen werden auf unterhaltsame Weise beantwortet und machen die Führung durch den Garten noch lebendiger.

Andere Gäste steuern gezielt die zahlreichen Attraktionen im Rosarium an. Familien mit Kindern besuchen die Spielplätze, die zu Bewegung und Entdeckung einladen. Hungrige Gäste finden im Restaurant Glashaus und im beliebten Rosen Café eine kulinarische Pause, die nicht selten mit Spezialitäten wie Rosen Eis oder Rosen Torte verfeinert wird. Besonders Neugierige nehmen den Lageplan zur Hand, um gezielt außergewöhnliche Highlights wie die legendären Schwarzen Rosen zu entdecken.

80.000 Rosensträucher auf 13 Hektar

Die Dimensionen des Rosariums beeindrucken auch botanisch Interessierte. Auf einer Fläche von 13 Hektar gedeihen rund 80.000 Rosensträucher in etwa 8750 verschiedenen Sorten. Damit ist die Anlage das größte Rosarium der Welt und ein lebendiges Archiv der Rosenkultur.

Die Rosen wachsen nicht ausschließlich in strenger Ordnung. Viele Gruppen sind bewusst locker arrangiert, mischen sich mit Kräutern und anderen Blütenpflanzen und umrahmen Sitzplätze, Pavillons und Wege. Dadurch entsteht eine natürliche, fast verspielte Atmosphäre, die die wissenschaftliche Präzision geschickt mit der romantischen Wirkung der Pflanzen verbindet.

Ein besonderes Augenmerk verdient die Strauchrose Bastei, die in voller Blüte zu den bekanntesten Rosen des Gartens zählt. Sie ist nur ein Beispiel für die Vielfalt, die Besucherinnen und Besucher im Laufe eines Rundgangs entdecken können.

Von der Arche Noah der Rosen zur internationalen Sammlung

Die Geschichte des Rosariums reicht zurück bis ins Jahr 1903. Damals entschloss sich der Verein Deutscher Rosenfreunde zur Gründung einer Sammlung, die wie eine Arche Noah für bedrohte Gartensorten dienen sollte. Hintergrund war die zunehmende Dominanz chinesischer Teehybriden, die Ende des 19. Jahrhunderts den europäischen Markt eroberten und die traditionellen Züchtungen zu verdrängen drohten.

Die Stadt Sangerhausen bot den Rosenfreunden eine Fläche von eineinhalb Hektar im Stadtpark an. Diese wurde eingezäunt und mit Rosen aus ganz Europa bepflanzt. Viele der damals zusammengetragenen Sorten sind heute weltweit nur noch in Sangerhausen erhalten. Damit bewahrte die kleine Stadt ein unschätzbares Erbe der Gartenkultur.

Über die Jahrzehnte wuchs die Anlage kontinuierlich und entwickelte sich zu einer international anerkannten Sammlung. Heute ist das Rosarium nicht nur ein touristisches Highlight, sondern auch eine Institution für die Sicherung genetischer Vielfalt.

Wissenschaft im Blütenmeer

Die romantische Erscheinung des Gartens täuscht nicht darüber hinweg, dass hier auch intensive wissenschaftliche Arbeit geleistet wird. Unter der Leitung von Gartenbauingenieur Thomas Hawel, der seit über zwei Jahrzehnten im Rosarium tätig ist, werden kontinuierlich neue Sorten integriert, katalogisiert und dokumentiert.

Besonders wichtig ist dabei die Deutsche Genbank Rose, die seit 2009 in Sangerhausen aufgebaut wird. Diese Sammlung ist Teil der Deutschen Genbank Zierpflanzen und dient der langfristigen Bewahrung genetischer Ressourcen. Ziel ist es, die Vielfalt der Rosenarten nicht nur ästhetisch, sondern auch wissenschaftlich zu erhalten.

Die Genbank ermöglicht es, das Erbgut von Rosen zu sichern und für zukünftige Züchtungen nutzbar zu machen. Damit leistet das Rosarium einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und zur Weiterentwicklung der Gartenkultur.

Genetische Forschung und moderne Züchtung

Die eigentliche genetische Analyse der Rosen erfolgt in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Leibniz Universität Hannover. Dort werden Genstrukturen untersucht, um herauszufinden, welche Sequenzen bestimmte Eigenschaften wie Blütenfarbe, Duft oder Krankheitsresistenz beeinflussen.

Dieses Wissen ist für die Züchtung von unschätzbarem Wert. Züchterinnen und Züchter können gezielt auf gewünschte Eigenschaften hin arbeiten und neue Rosensorten entwickeln, die besonders robust oder außergewöhnlich schön sind. So verbindet sich im Europa Rosarium Sangerhausen die jahrhundertealte Tradition der Rosenzucht mit modernster Wissenschaft.

Auswahl neuer Sorten und Pflege der Sammlung

Jedes Jahr werden rund 50 bis 100 neue Sorten in die Sammlung des Rosariums integriert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf europäischen Züchtungen und auf Wildrosen mit klarer Herkunft. In die Genbank werden jährlich bis zu 200 Sorten aufgenommen, die nach strenger Überprüfung katalogisiert werden.

Thomas Hawel und sein Team legen großen Wert auf die Vielfalt der Anlage. Neben historischen Rosen werden auch aktuelle Züchtungen aufgenommen. So sind beispielsweise die Portlandrose Madame Boll aus dem Jahr 1843 oder moderne Sorten wie Spotlight und Darling vertreten. Diese Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart macht den besonderen Reiz des Gartens aus.

Persönliche Lieblingsplätze im Rosarium

Auch der Leiter selbst hat seine Favoriten. Während sich seine Vorlieben bei Rosensorten immer wieder ändern, bleibt ein Ort für ihn besonders wichtig: der hölzerne Pavillon aus dem Jahr 1899. Von dort bietet sich ein weiter Blick über den historischen Teil des Gartens. Dieser Platz ist nicht nur ein ästhetisches Highlight, sondern auch ein Ort, an dem regelmäßig Veranstaltungen wie die beliebten Rosenberatungen stattfinden.

Dokumentation und Pflege einer lebenden Bibliothek

Eine Genbank besteht nicht nur aus Pflanzen im Garten, sondern auch aus sorgfältiger Dokumentation. Agraringenieurin Gerhild Schulz hat in den vergangenen Jahren tausende Rosen fotografisch erfasst und in Herbarien konserviert. So wird das Wissen über die Sorten auch für die Zukunft gesichert. Von etwa 6000 Rosenarten existieren inzwischen detaillierte Belege in Form von gepressten Blüten und Blättern.

Veranstaltungen und kulturelle Bedeutung

Das Europa Rosarium ist nicht nur ein Ort der Wissenschaft, sondern auch ein lebendiges Kulturzentrum. Jährlich finden hier zahlreiche Veranstaltungen statt, die von Rosenführungen über Vorträge bis zu großen Festen reichen. Besonders in den Sommermonaten verwandelt sich der Garten in eine Bühne für Konzerte, Märkte und thematische Feste.

Diese Verbindung von Natur, Kultur und Wissenschaft macht das Rosarium zu einem einzigartigen Erlebnis. Es ist nicht nur ein touristisches Ziel, sondern auch ein Symbol für die Bedeutung von Vielfalt und Nachhaltigkeit in der modernen Gesellschaft.

Kontakt und Anschrift Europa Rosarium Sangerhausen

Am Rosengarten 2A
06526 Sangerhausen
Telefon: +49 (0) 3464 589800
Mail: info@europa rosarium.de
Webseite: www.europa-rosarium.de

Öffnungszeiten

  • April bis Oktober: täglich von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr
  • November bis März: täglich von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
  • Heiligabend und Silvester: geschlossen

(Änderungen vorbehalten, aktuelle Hinweise auf der Webseite des Rosariums)

Quelle: IMG, 24.07.2025
Bild: IMG/Volkmar Heinz


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